Wenn die Kita zur Baustelle wird…

27. Juli 2017

Die Archi­tek­ten­kam­mer NRW stell­te am 13. Juli in Zusam­men­ar­beit mit der Kita Tau­send­füß­ler” in Ker­pen ihr jüngs­tes Kam­mer in der Kita”-Projekt vor.

Es ist schön, wenn man auch unter dem Dach woh­nen kann. Dann braucht man aber auch Fens­ter!” Lau­ra (5) stell­te am 13. Juli in der Städ­ti­schen Kin­der­ta­ges­stät­te Tau­send­füß­ler” in Ker­pen das Ergeb­nis einer mehr­mo­na­ti­gen Pro­jekt­ar­beit vor — und bewies, dass schon Vor­schul­kin­der vie­les ler­nen kön­nen, wenn sie sich mit Archi­tek­tur und Bau­wer­ken beschäf­ti­gen. Die Archi­tek­ten­kam­mer NRW stell­te in Zusam­men­ar­beit mit der Kita Tau­send­füß­ler” ihr jüngs­tes Kam­mer in der Kita”-Projekt vor.

Wir möch­ten schon unse­re Jüngs­ten dazu anre­gen, sich spie­le­risch mit Archi­tek­tur und Städ­te­bau zu befas­sen”, erläu­ter­te Klaus Brüg­ge­nol­te, Vize­prä­si­dent der Archi­tek­ten­kam­mer NRW, den Hin­ter­grund zu der Akti­on in sei­ner Begrü­ßungs­re­de. Die Kin­der sol­len ihre Wahr­neh­mung schär­fen und dafür sen­si­bi­li­siert wer­den, dass wir alle unse­re gestal­te­te Umwelt aktiv beein­flus­sen kön­nen.” Dazu haben die Kita-Kids im Rah­men des Pro­jek­tes eine Stadt mit vie­len Model­len nach­ge­baut.

Wir haben mit den Kin­dern Exkur­sio­nen und vie­le prak­ti­sche Übun­gen durch­ge­führt”, erklär­te Eli­sa­beth Kul­batz­ki, Lei­te­rin der Städ­ti­schen Kin­der­ta­ges­stät­te Tau­send­füß­ler”, anläss­lich der Abschluss­prä­sen­ta­ti­on. Beglei­tend dazu hät­ten die Kin­der kon­ti­nu­ier­lich an gestal­te­ri­schen Auf­ga­ben gear­bei­tet, wobei sie natür­lich durch das päd­ago­gi­sche Per­so­nal beglei­tet wur­den. Die Inhal­te wur­den aber von den Kin­dern selbst erar­bei­tet”, unter­strich Kita-Lei­te­rin Kul­batz­ki.

Begeis­tert von der Wiss­be­gier­de und dem bau­tech­ni­schen Inter­es­se der Kin­der zeig­ten sich auch die Erzie­he­rin­nen Nadi­ne Fix und Lin­da Rick. Fas­sa­de, Dach­stuhl, Boden­be­lag — die Kin­der sau­gen die Fach­wor­te auf wie ein Schwamm”, erklär­te Lin­da Rick. Wir hat­ten anfangs auch nicht erwar­tet, dass die Kin­der so vie­le, ganz unter­schied­li­che Ide­en ent­wi­ckeln.” Das Ergeb­nis war eine gan­ze Stadt, die sich aus den ein­zel­nen Papp-Model­len zusam­men­fü­gen ließ. Das Modell der Kin­der zeigt, wie selbst­ver­ständ­lich Fünf- bis Sechs­jäh­ri­ge eine urba­ne Nut­zungs­mi­schung wahr­neh­men”, kom­men­tier­te AKNW-Vize­prä­si­dent Klaus Brüg­ge­nol­te im Gespräch mit den Kin­dern und Medi­en­ver­tre­tern vor Ort.

Die Archi­tek­ten­kam­mer NRW setzt sich seit mehr als 20 Jah­ren dafür ein, schon Kin­dern und Jugend­li­chen die Augen zu öff­nen für Fra­gen der Bau­kul­tur und für ihre kon­kre­te gebau­te Umwelt. Für das Arbei­ten mit Kita-Kin­dern hat­te Ina Sin­ter­hauf von der Hoch­schu­le für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten in Coburg ein Kon­zept ent­wi­ckelt, um die­se früh­zei­tig mit dem The­ma in Berüh­rung zu brin­gen und die gestal­te­ri­sche wie teil­ha­ben­de Kom­pe­tenz­ent­wick­lung zu beglei­ten. Das Pro­jekt ist in ver­schie­de­ne Modu­le geglie­dert, die sich inhalt­lich an den Vor­er­fah­run­gen und Fra­gen der Kin­der ori­en­tie­ren : Woh­nen, Das Haus, Raum, Geschich­te, Kunst, Pla­nen und Ent­wer­fen, Bau­en, Stadt.

Mit dem Pro­jekt soll die bewuss­te Wahr­neh­mung der (gebau­ten) Umwelt und ihrer Wir­kung auf die eige­ne Per­son durch die Kin­der geför­dert wer­den. Dar­auf auf­bau­end wer­den die Kin­der ange­regt, krea­ti­ve Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten für ihre Umwelt zu ent­wi­ckeln und zu erpro­ben — als Grund­la­ge für eine akti­ve Teil­ha­be an gestal­te­ri­schen und gesell­schaft­li­chen Pro­zes­sen.
Auch Ker­pens Bür­ger­meis­ter Die­ter Spürck zeig­te sich von dem Ergeb­nis, das er sich von den Kin­dern genau erläu­tern ließ, begeis­tert. Spon­tan schlug er vor, die Kin­der-Stadt im Foy­er des Ker­pe­ner Rat­hau­ses zu zei­gen. Ein Ver­spre­chen, das er schon am nächs­ten Tag ein­lös­te.

Die Vor­schul­kin­der erläu­ter­ten in der Abschluss­prä­sen­ta­ti­on des Kita-Pro­jek­tes ihre Ide­en und Wün­sche zur Archi­tek­tur (Fotos : Chris­tof Rose, Stadt Ker­pen)

Foto 1 : Die Vor­schul­kin­der erläu­ter­ten in der Abschluss­prä­sen­ta­ti­on des Kita-Pro­jek­tes ihre Ide­en und Wün­sche zur Archi­tek­tur (Fotos : Chris­tof Rose, Stadt Ker­pen)
Foto 2 : Eröff­nung der Aus­stel­lung : Ker­pens Bür­ger­meis­ter Die­ter Spürck (r.) und AKNW-Vize­prä­si­dent Klaus Brüg­ge­nol­te schnit­ten mit den Kin­dern den Weg frei
Foto 3 : Die Aus­stel­lung wur­de auch im Foy­er des Rat­hau­ses Ker­pen gezeigt